FrauenschuheCypripedien (Frauenschuhe) haben ein unverwechselbares Aussehen. Sie zählen nicht nur unter Botanikern zu den schönsten Freilandorchideen. Schon seit 1800, aus dieser Zeit stammen die ersten Beschreibungen, werden sie von Naturliebhabern bewundert. Ungefähr 45 Cypripedium-Arten sind bekannt. Viele davon eignen sich hervorragend für die Anpflanzung in unseren Gärten. Auch zahlreiche Hybriden sind in den letzten Jahren durch gezielte Züchtung entstanden. | |
Cypripedien sind an ihrer typischen Blütenform zu erkennen, der pantoffelförmig ausgebildeten Lippe. Sie kommt in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen vor. Die Lippe dient der Bestäubung. Sie stellt eine raffiniert gebaute Kesselfalle für bestäubende Insekten dar. Diese können die Blüte nur auf einem bestimmten Fluchtweg verlassen. Dabei streifen sie Pollenpakete an der Narbe ab und nehmen neue Pollen auf. Die elegante Schönheit der Frauenschuhe hat seit Alters her die Fantasie der Menschen beflügelt. Eine Geschichte erzählt von einem goldenen Schuh, der so schön ist, dass er nur für Maria, die Gottesmutter, in Frage kommt. So soll der Name "Marienfrauenschuh" entstanden sein. Die Bezeichnung "Venusschuh" hat wohl einen ähnlichen Ursprung. Frauenschuhe bereichern Ihren GartenEin gut angelegtes Frauenschuhbeet prägt Ihren Garten auf eindrucksvolle Weise. Blühende Frauenschuhhorste sind ein erlesener Glanzpunkt am oft vernachlässigten Gehölzrand. Die edlen Pflanzen fügen sich harmonisch in eine naturnahe Umgebung ein. In Verbindung mit Blattstauden wie Farnen und Hosta kommt ihre Schönheit besonders gut zur Geltung. Frauenschuhe neigen zu ausgeprägter Vermehrung. Bei geeignetem Standort verdoppeln sich bei vielen Arten die Anzahl der Triebe von Jahr zu Jahr. Oft entstehen üppige Horste, die über Jahrzehnte hinweg Freude bereiten. Cypripedien aus gärtnerischer VermehrungAn ihren Naturstandorten sind Orchideen an einen spezifischen Symbiosepilz gebunden, der sie bei der Nährstofferschließung unterstützt. Werden diese Pflanzen an einen anderen Standort versetzt und finden dort ihren Symbiosepartner nicht vor, sterben sie in der Regel ab. Gärtnerisch vermehrte, auf Nährmedium ausgesäte Orchideen sind nicht auf einen spezifischen Bodenpilz angewiesen. An ihrem Standort im Garten gehen sie mit geeigneten Pilzen eine Symbiose ein, helfen diesen, sich im Verlauf einiger Jahre auszubreiten und bauen sich damit gute und langfristig stabile Vegetationsbedingungen selbst auf. Naturformen oder HybridenHybriden sind in der Regel besonders pflegeleicht und vermehrungsfreudig. Abgesehen von einigen seltenen Arten trifft dies für Naturformen auch zu. Wer also Naturformen bevorzugt, sollte sich nicht verleiten lassen, wegen der einfachen Pflege auf Hybriden zurückzugreifen. |
StandortauswahlDer richtige Standort ist der Schlüssel zur erfolgreichen Ansiedlung von Frauenschuhen im Garten. An ihren Naturstandorten sind Frauenschuhe meist Bewohner des lichten Waldes. Im Garten mögen sie ähnliche Bedingungen. Sie bevorzugen Morgen- und Abendsonne, während der Mittagszeit ist Beschattung durch Gehölze von Vorteil. Um die Horstbildung zu unterstützen, braucht der Frauenschuh ausreichend Platz. Als Begleitpflanzen eignen sich Bodendecker, die flach wurzeln, die Ausbreitung der Frauenschuhe also nicht behindern und trotzdem den Boden beschatten und feucht halten. Vorbereitung der Beete und AnpflanzenIn einer etwa 25 cm tiefen Grube wird geeignetes Substrat eingebracht. Die Rhizome werden im oberen Bereich, etwa 10 cm unter der Erde, flach ausgebreitet. Die Sproßknospe sollte cirka 2 cm tief ins Substrat eingesenkt werden. SubstratLockeres und krümeliges Substrat ist wichtig. Lehmhaltige Gartenerde eignet sich, wenn man sie mit etwas Blumenerde und reichlich Perlite und Bimskies mischt. Eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton ist notwendig, wenn der Untergrund lehmig ist und das Wasser schlecht abfließen kann. PflegeDas Pflanzbeet sollte feucht gehalten werden, aber nicht vernässen. Während der Wachstumsphase wird mit Orchideendünger oder Osmocote vorsichtig gedüngt. Auf Nacktschnecken achten, andere Schädlinge treten selten auf. Bei Bedarf können sie mit den handelsüblichen Präparaten bekämpft werden. Cypripedien, die als "schwierig" geltenEinige Cypripedien sind besonders empfindlich gegenüber Staunässe. Eine gute Drainage und sehr durchlässiges Substrat schaffen hier Abhilfe. In Russland oder China beheimatete Frauenschuhe sind an ihrem Naturstandort harten Frost und eine über viele Monate geschlossene Schneedecke gewohnt. Unsere milden und feuchten Winter bereiten ihnen deshalb Probleme. Im Garten verhindert eine Abdeckung aus Flies, Noppenfolie und Schattiergewebe dass der Boden an warmen Wintertagen auftaut und vernäßt. So geschützt kommen auch diese Frauenschuhe gut über den Winter. |
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