Gärtnerische Vermehrung



Um Orchideen erfolgreich vermehren zu können, muß man sowohl über die Vorgänge in der Natur Bescheid wissen, als auch moderne Aussaat-Techniken beherrschen.
Für die gärtnerische Vermehrung werden attraktive Mutter- und Vaterpflanzen mit guter Haltung ausgesucht. Einige Tage, nachdem die Pflanze voll aufgeblüht ist, wird von Hand bestäubt. In der Regel werden unterschiedliche Mutter- und Vaterpflanzen verwendet. Ungefähr nach 5-7 Wochen sind die Samen für die sogenannte "Grüne Kapsel-Aussaat" bereit.
Möchte man mit reifem Samen aussäen, wird die erforderliche Zeit abgewartet. Für die Aussaat bereitet man Nährmedium zu und füllt es in Flaschen. Anschließend werden die Gefäße samt Nährmedium sterilisiert. Mittels eines Spatels streicht man desinfizierten Samen in steriler Umgebung auf das Nährmedium. Die Flaschen werden verschlossen und zum Keimen dunkel gelagert. Die in der Natur vom Symbiosepilz gelieferten Nährstoffe werden dem Samen in der Nährlösung zur Verfügung gestellt. Nach erfolgreicher Keimung entstehen sogenannte Protokorme, Stecknadelkopf große Gebilde. Diese werden mehrmals auf frisches Medium umgelegt, bis sie schließlich die richtige Größe haben, um aus der Flasche genommen zu werden. Für die erste Auspflanzung wird ausschließlich Substrat aus mineralischen Bestandteilen verwendet, um Fäulnis zu verhindern. Gute Pflege, mit ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffen läßt die Pflänzchen zügig heranwachsen. Nach 5-7 Jahren haben die Orchideen blühfähige Größe erreicht. Die Pflanzen werden getopft und für den Verkauf bereitgestellt.


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Autor: Ursula Schuster